Rückschau auf die MHC-Aktivitäten

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Pausengespräche im Ausstellerforum

Dr. Judith Lang über die Grundlagen des Schallschutzes
Interessant war, dass die Teilnehmer aus ganz Österreich kamen – 50 Teilnehmer stammten nicht aus Oberösterreich. Es war auffallend, dass das Thema „Schallschutz“ im Gegensatz zum Vorjahresthema „Brandschutz“ vor allem Holzbauunternehmer ansprach. Architekten und Behördenvertreter waren eindeutig weniger stark vertreten.
Frau Professor Dipl.-Ing. Dr. Judith Lang, ehemals Leiterin des TGM in Wien und langjährige Expertin im Bereich Schallschutz, eröffnete das Seminar mit Ihrer Darstellung der Grundlagen des Schallschutzes. Eine wesentliche Neuerung, die künftig zu beachten sein wird, ist die Berücksichtigung der Spektrumanpassungswerte ab einer Frequenz von bereits 50 Hz anstelle der bisher üblichen 100 Hz!
Herr Dipl.-Ing. Dr. Martin Teibinger von der Holzforschung Austria und Herr Dipl.-Ing. Andreas Rabold vom ift Rosenheim behandelten die richtige Umsetzung der Anforderungen in Wand und Decke. Herr Teibinger erörterte die Geschoß- und Trenndecken in den Varianten Holzrahmendecke, Sichtholzdecke und Massivholzdecke auf Grundlage der vorhandenen Lösungen auf www.dataholz.com. Herr Rabold behandelte den Trittschall und präsentierte die Prüfergebnisse der TU-München zu optimierten Decken. Spannend war die Umsetzung in der Bausituation hinsichtlich der Flankenübertragung.
Nach der Mittagspause ging Herr Teibinger auf die Flankenübertragung speziell im mehrgeschossigen Massivholzbau ein. Ihm folgte Frau Professor Lang mit ihrem zweiten Vortrag an diesem Tag zum Thema Raumakustik. Die Grundlagen und Anforderungen zur Raumakustik sind in der ÖNORM B 8115-3 geregelt. Es geht dabei um die optimale Abstimmung von guter Hörbarkeit und Lärmminderung.
Im letzten Vortragsblock ging es um die Vorstellung von zwei ausgeführten Beispielen. Als erste Referenz diente die Wohnanlage in der Schützenstraße in Innsbruck von Architekt Helmut Reitter. Herr Dipl.-Ing. Anton Kraler von der TU Innsbruck erläuterte die schalltechnische Optimierung des Konzeptes.
Die Außenwände wurden hier in Holzrahmenbauweise ausgeführt, alle Bauteile mit höheren Schallschutzanforderungen (Wohnungstrennwände, Decken, Stiegenläufe) wurden in Brettsperrholz ausgebildet. Die Anforderung des Bauherren war sehr anspruchsvoll, da die Deckenuntersicht in Brettsperrholz in Sichtqualität ausgebildet sein musste und die Gesamtstärke der Decke inkl. Bodenaufbau 34 cm nicht überschreiten durfte.
Im letzen Vortrag stellte Herr Dipl.-Ing. Sauer von der GriffnerHaus AG den eindrucksvollen Bürobau der JUWI-Holding in Wörrstadt (D) vor. Bei diesem Objekt ging es vor allem um die Optimierung der Raumakustik.
Als Fazit kann festgehalten werden, dass es in den letzten Jahren auch aufgrund von Materialinnovationen große Fortschritte beim Schallschutz gab und dass bei Beachtung einiger Randbedingungen im Holzbau ausgezeichnete Ergebnisse erzielbar sind.
Auch im kommenden Jahr wird der MHC wieder zu einer Fachveranstaltung in der reihen „Fakten versus Vorurteil“ einladen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es dann um das Thema des sommerlichen Überhitzungsschutzes gehen. Details zu den Veranstaltungen des MHC im Bereich Holzbau finden Sie laufend aktuell unter http://www.holzbauarchitektur.net/