5-geschossiger Holz-Wohnbau in Leonding

Außenansicht 5-geschossiger HolzWohnbau
Bild: Bindeus architects ZT GmbH
Süd-Ansicht 5-geschossiger HolzWohnbau
Bild: Bindeus architects ZT GmbH
Spatenstich, 6 Personen frontal aufgenommen
proHolz Obmann Georg Starhemberg, Bürgermeister Mag. Walter Brunner, LH-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner, Architekt DI Daniel Bindeus, GIWOG Vorstandsvorsitzender Dr. Georg Pilarz, DI Hans Christian Obermayr, LIM Richard Hable; Foto: Foto Lui/Helmut Mühleder

02.03.2016

In der Leondinger Limesstraße errichtet die gemeinnützige Bauvereinigung GIWOG einen 5-geschossigen Wohnbau. Das Besondere daran: Das Gebäude mit 20 Mietwohnungen und vier Geschäftslokalen wird aus Holz gebaut. Es ist eines der ersten Holzbauprojekte dieser Grö-ßenordnung im geförderten Bereich. Erst seit einer Baurechtsänderung im Jahr 2013 sind Holz-bauten mit mehr als drei Geschossen in Oberösterreich rechtlich erlaubt. Am 29. 02. 2016 findet der feierliche Spatenstich statt.

Demonstrativbau am Harter Plateau

Wohnbaulandesrat Dr. Manfred Haimbuchner kündigte im Vorjahr die Errichtung von mehreren Demonstrativprojekten für mehrgeschossige Holzgebäude im geförderten Wohnbau an. „Damit möchten wir die Potentiale von Holz für den leistbaren Wohnbau ausloten. Nun startet die GIWOG mit dem fünfgeschossigen Holzwohnbau in einem städtischen Umfeld, auf dem Gelände der ehemaligen Geschäftszeile an der Limesstraße am Leondinger Harter Plateau.", erklärt LH-Stv. Haimbuchner.

 

„Es wird ein neuer, sehr moderner Holzbau mit insgesamt fünf Vollgeschossen errichtet, der vom Gestaltungsbeirat der Stadt Leonding sehr positiv beurteilt wurde. Ins mineralisch gebaute Erdge-schoss kommen vier Geschäfte mit rund 510 Quadratmeter Nutzfläche." erläutert GIWOG-Direktor Pilarz sein innovatives Holzbauprojekt. An der Vorderseite erschließt ein attraktiver Arkadengang vor den Schaufenstern die Geschäftszeile. Die darüber liegenden vier Geschosse sind in Holzbauweise ausgeführt. Die gesamte Wohnnutzfläche beträgt 1.500 Quadratmeter und ist auf 20 Wohneinheiten aufgeteilt. Der Bau wird barrierefrei in Niedrigstenergiebauweise ausgeführt und vom Land Oberösterreich wohnbaugefördert. In der Tiefgarage und vor dem Gebäude stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.

 

Holz kehrt in die Stadt zurück

Holz kehrt als Baumaterial in die Stadt zurück. Lange Zeit war es von dort aus Angst vor Großbränden verbannt. Durch Forschung und Entwicklung ist es gelungen, Holzkonstruktionen herzu-stellen, die höchste Sicherheitsstandards erfüllen. In unzähligen Versuchen wurde bewiesen, dass heutige Holzkonstruktionen im Brandfall sicher sind. Das war die Eintrittskarte für den Holzbau in die Stadt.

 

Kürzere Bauzeit, weniger Transporte

Holz bietet viele Vorteile für das Bauen in der Stadt. Holzkonstruktionen werden im Werk vorgefertigt. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit auf der Baustelle erheblich. Eine Untersuchung der Technischen Universität Graz geht von einer 25-45 % kürzeren Bauphase von Holzbauten im Vergleich zu einer mineralischen Standardkonstruktion aus. Die Anzahl der Transporte reduziere sich um den Faktor 7-10. Beides führt zu einer wesentlichen Entlastung der Anrainer.

 

Österreichisches Knowhow weltweit gefragt

„Überall in den Metropolen der Welt entstehen derzeit Beispiele für vielgeschossige städtische Bauten aus Holz. In vielen dieser Bauten steckt österreichisches Holz und österreichisches Knowhow.", so proHolz Obmann Georg Starhemberg. Experten überrascht das kaum. Schließlich gilt Österreich gemeinsam mit Bayern, Südtirol und der Schweiz zu den Technologieführern im Holzbau. Internationale Delegationen aus traditionellen Holzbauländern wie Norwegen oder Kanada bereisen derzeit Österreich, um sich von der hiesigen Holzbauarchitektur und –technologie inspirieren zu lassen. Japanische Architekten und Ingenieure interessieren sich vor allem aufgrund ihrer Erdbebensicherheit für die österreichische Holzbau-Technologie.

 

Wettrennen um das höchste Holzhaus der Welt

In der Seestadt Aspern wird demnächst das höchste Holzhaus der Welt errichtet. Das Projekt HoHo der Kerbler Gruppe holt diesen Titel quasi wieder „nach Hause". Unglaubliche 24 Ge-schosse soll es haben. Das derzeit höchste Holzgebäude der Welt hat 14 Geschosse und steht im norwegischen Bergen. Das derzeit höchste Holzhaus Österreichs hat sieben Geschosse und wur-de in der Wiener Wagramer Straße errichtet. In Dornbirn realisierte ein Unternehmen aus der vorarlberger Bauindustrie ein 8-geschossiges Gebäude in Holz-Beton Mischbauweise.

 

Sehnsucht nach Natur

Im Umfeld von Holz fühlen wir uns einfach wohl. Dieses gefühlte Wohlbefinden wurde auch wissenschaftlich untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass Schülerinnen und Schüler in Massivholz-Klassen entspannter sind. Ihr Herz muss im Schnitt um ca. 8.000 Schläge pro Tag weniger arbeiten. Auch in der Nacht erholen sich Schülerinnen und Schüler aus Holzklassen deutlich besser.

Immer mehr Menschen leben in Städten. Gleichzeitig wächst ihre Sehnsucht nach der Natur. Holzbauten bringen ein Stück Natur in die Stadt. Das mag wohl neben den ökologischen Vorteilen und der guten Wärmedämmung von Holz ein weiterer Grund dafür sein, dass der Holzbau in der Stadt an Bedeutung gewinnt.