HTBLA Hallstatt erhält Denkmalpflegepreis des Landes OÖ

Sieben Männer mit Anzug, der mittlere hält eine Urkunde in Händen
Der mit 1.500 Euro dotierte Anerkennungspreise geht an die HTBLA Hallstatt (schulautonomer Ausbildungszweig Restaurierungstechnik) für das Bauforschungsprojekt „Der Wärmedurchgang bei Doppelfenstern – Konzept zur In-situ-Bewertung historischer Konstruktionen“ Foto: Land OÖ/Stinglmayr

08.11.2017

 Seit 2001 wird in Oberösterreich jährlich der Denkmalpflegepreis des Landes für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege vergeben. Aus insgesamt 37 Einreichungen hat eine Jury drei Preise vergeben.  Für den Bereich "Bauforschung" wurde am 6. 11. 2017 im Rahmen eines Festaktes im Linzer Schlossmuseum dem Restaurierzweig der HTBLA Hallstatt von Landeshauptmann Thomas Stelzer der Anerkennungspreis verliehen.

Eine Maturantengruppe entwickelte gemeinsam mit Ihren Professoren ein Verfahren zur messtechnischen Erfassung des Wärmedurchgangs bei historischen Fenstern und veröffentlichte die Ergebnisse in einer renommierten bauphysikalischen Fachzeitschrift.  

Historische Kastenfenster stehen noch immer in Verwendung, werden aber seit den 1980er Jahren vermehrt durch sogenannte Thermofenster aus Holz, Metall oder Kunststoff ersetzt. Als Hauptargument für den Fenstertausch wird neben der Haltbarkeit der Oberflächenbeschichtung vor allem der hohe Wärmedurchgang bei Kastenfenstern ins Treffen geführt. Dabei werden aber für diese historischen Fenster nicht Messergebnisse am realen Bestand, sondern in einer Norm festgelegte, fixe Ersatzwerte herangezogen, die allerdings das Drei- bis Vierfache der Laborwerte der industriell gefertigten Thermofenster betragen. Um den tatsächlichen Wärmedurchgang bei Kastenfenstern bestimmen zu können, wurde an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt (HTBLA) in Hallstatt/Oberösterreich die Entwicklung eines Messverfahrens in Angriff genommen, das an Ort und Stelle am realen Objekt einsetzbar ist. Die erste Messreihe legt den Schluss nahe, dass der reale Wärmedurchgang bei Kastenfenstern deutlich niedriger liegt, als die Ersatzwerte aus der Norm vorgeben.