Ein Ort der Nachhaltigkeit – Grüne Erde-Welt im Almtal öffnet ihre Pforten

Außenansicht Grüne Erde Welt in Grünau im Almtal: eine gläserne Fasade integriert sich in die Landschaft. © Grüne Erde GmbH
Die neue Grüne-Erde Welt in Grünau im Almtal ist ein Vorzeigeprojekt, das höchste Anforderungen im Bereich ökologisches Bauen erfüllt. Es wurde am 27. September 2018 feierlich eröffnet. © Grüne Erde GmbH
Außenansicht Grüne Erde Welt in Grünau im Almtal: eine gläserne Fasade integriert sich in die Landschaft. © Grüne Erde GmbH
Verschiedenste Materialien können im Sinneraum erforscht werden © Grüne Erde GmbH
Eine Frau arbeitet an Ihrem Arbeitsplatz in der Grüne Erde -Welt
Grüne Wiese und Gebüsch vor einem Gewässer

01.10.2018

Mit der neuen Grüne-Erde Welt in Grünau im Almtal zeigt der Massivholzmöbel-Hersteller einmal mehr, wie ökologische Ansprüche und ansprechende Gestaltung miteinander harmonieren können. Das Vorzeigeprojekt, das höchste Anforderungen im Bereich ökologisches Bauen erfüllt, wurde am 27. September 2018 feierlich eröffnet. Der  Möbel- und Holzbau-Cluster der OÖ Standortagentur Business Upper Austria verschaffte sich bei der Presseführung einen ersten Eindruck vom neuen Standort.

Mit dem architektonischen Konzept der Grünen Erde-Welt geht das Unternehmen gänzlich neue Wege in der Gestaltung des Firmensitzes: Das Gebäude ist bewusst zurückhaltend konzipiert und fügt sich harmonisch in seine Umgebung. Das kompakte, stark horizontal und nicht in die Höhe strebende Gebäude verschmilzt durch seine Fassade aus einzelnen, unterschiedlich geneigten Spiegelglastafeln mit seinem Umfeld und sorgt für eine zusätzliche, räumliche Tiefe: Der vorhandene alte Baumbestand sowie die 450 gepflanzten Bäume und 700 Sträucher vervielfachen sich in der der Spiegelung der Fassade und wecken den Eindruck eines Waldes.

„Man geht nicht in ein Gebäude, sondern betritt ein Gebäude und gleichzeitig eine Landschaft. Die Grüne Erde-Welt ist eine erlebende, aber auch lebendige Landschaft, in der entwickelt, gearbeitet, besucht und entdeckt wird – und tatsächliche Lebensfreude integraler Teil ist“, erklärt der planende Architekt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Klaus K. Loenhart vom Architekturbüro terrain: integral designs, München/Graz.

Ein Gebäude, das atmet
Ein interessanter Bestandteil des Gebäudes sind die 13 bepflanzten Lichthöfe, von denen jeder eine Fläche von 20-30 m² einnimmt. Jeder Lichthof ist verglast und nach oben hin offen und sorgt für eine direkte Verbindung nach draußen in die Natur. In jedem der Lichthöfe findet ein heimischer Vegetationstyp Platz: Ahorn-Eschen-Schluchtwald, Pannonischer Flaumeichenwald, Eichen-Hainbuchen-Mischwald oder Zirben-Lärchenwald zeigen die Vielfalt des österreichischen Waldes. Das Konzept der Lichthöfe dient nicht nur der Versorgung der Räumlichkeiten mit natürlichem Tageslicht, sondern ist auch die Grundlage der Klimatisierung des Gebäudes: An der Stelle von Klimaanlagen produzieren sie die benötigte Kühle und Sauerstoff zum Atmen – sie lassen das Gebäude quasi atmen.

Erleben und erkennen
Um die Unternehmensphilosophie der Grünen Erde für die Besucher der neuen Themenwelt erlebbar zu machen, lädt das Gebäude zur Entdeckungsreise zu den natürlichen Rohstoffen der Produkte ein. Den MitarbeiterInnen kann in der Produktion von Naturmatratzen und Polstermöbeln über die Schulter geschaut werden. Das Bistro bietet biologische, vegetarische Snacks an.

Nachwachsende Rohstoffe, angenehmes Klima
Die Grüne Erde-Welt ist als energieneutrales Gebäude konzipiert, das aus natürlichen, heimischen Baumaterialien errichtet, mit Schurwolle gedämmt und mit Erdwärme sowie Solarenergie versorgt wird. Beim Bau wurden 1.900 m³ österreichisches Holz verbaut. Das Gebäude ist ein Holzriegelbau, dessen Säulen und Tragekonstruktion in massivem Fichtenholz ausgeführt wurden. Bei der Dämmung wurden 507 m³ Schafschurwolle verbau – die Wolle stammt dabei von Tieren aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Heizung im Winter und Kühlung im Sommer erfolgen über eine Erdwärmepumpe. Für angenehme Luft sorgt neben den Lichthöfen zusätzlich auch die Belüftung über das Ansaugen von frischer Luft vom nahen Waldrand. Strom gewinnt die Grüne Erde-Welt über die 6.000 m² große Photovoltaikanlage auf dem Dach. Für Mitarbeiter und Besucher stehen 10 E-Tankstellen zum Aufladen von E-Autos zur Verfügung. Das angenehme Raumklima kommt nicht nur den Besuchern, sondern auch den Mitarbeitern zugute, ist Reinhard Kepplinger, Eigentümer von Grüne Erde, überzeugt: „Vom Anfang des Projekts an war mir ganz besonders wichtig, dass die Produktion und damit die Arbeitsplätze in der Grüne Erde-Welt die gleich hohe Qualität haben wie unsere Produkte. Unsere Unternehmensphilosophie – die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur – soll besonders auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlebbar sein.“

Fest verwurzelt im Almtal
Wichtig bei der Wahl des Standortes für das Projekt war, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region im Almtal zu belassen. Die ökologische Ausrichtung des Unternehmens spiegelt sich auch darin wider, dass für den konkreten Standort eine alte, nicht mehr im Betrieb befindliche Küchenfabrik auserkoren wurde. Um keine zusätzlichen Landschaftsflächen zu versiegeln, wurde diese abgerissen und der Abbruch-Beton rezykliert und für den Bau des neuen Fundaments an derselben Stelle wieder verwendet.