20. Fenster-Türen-Treff – ein grandioser Geburtstag!

Die Fachdiskussion „Normen – Fluch oder Segen“ wurde von den 4 Diskutanten lebhaft geführt: (v.l.n.r.) Ing. Johann Ecker, Moderator Gerald Groß, Prof DI(FH) Ulrich Sieberath, Prof. DI HTL/STV Christoph Rellstab und LIM KommR Ing. Helmut Mitsch ©Holzforschung Austria
Die Fachdiskussion „Normen – Fluch oder Segen“ wurde von den 4 Diskutanten lebhaft geführt: (v.l.n.r.) Ing. Johann Ecker, Moderator Gerald Groß, Prof DI(FH) Ulrich Sieberath, Prof. DI HTL/STV Christoph Rellstab und LIM KommR Ing. Helmut Mitsch ©Holzforschung Austria

23.03.2020

Die Jubiläumsausgabe des Fenster-Türen-Treff stellte einen neuen Besucherrekord auf. Rund 320 TeilnehmerInnen nahmen am Branchenevent der Holzforschung Austria (HFA) teil, um gemeinsam den 20. Geburtstag zu begehen. Neben der Feier wartete der Publikumsmagnet mit technischen und innovativen Themen auf und zeigte dem erstaunten Publikum die Zukunft des Fensters in der Aufsehen erregenden Ausstellung „Das Morgenfenster“.

Rund 320 TeilnehmerInnen (von den 359 angemeldeten BesucherInnen nahmen rund 11 % kurzfristig aufgrund von internen Firmenvorgaben bezüglich des Coronavirus nicht teil) besuchten die Jubiläumsausgabe des Fenster-Türen-Treff, der vom 5.-6-. März 2020 in der Mozartstadt Salzburg stattfand. Neben innovativen Ansätzen aus der Forschung, aktuellen Themen und technischen Trends konnte das Publikum das „Morgenfenster“ begreifen und testen.


Morgen

Nachdem Seminarleiter Peter Schober (Holzforschung Austria) das zahlreich erschienene Publikum begrüßte hatte, führte er in das Programm der Jubiläumsveranstaltung ein.

Trendforscherin Oona Horx-Strathern (Zukunftsinstitut Horx) zeigte bei Ihrem Keynote-Vortrag Megatrends, wie etwa „Gesundheit“, „Silver Society“, „Individualisierung“ und „Sicherheit“, auf, und wie wir in Folge dessen in Zukunft leben, wohnen und arbeiten werden. Im Anschluss brachte Rolf Baumann (Berner Fachhochschule BFH / CH) dem Publikum seine Idee der #Digital Future näher und führte deren Bedeutung für die Fensterbranche aus. Seiner Ansicht nach ist ein fundamentaler Umbruch und eine digitale Transformation in der Branche durch die Vernetzung neuer digitaler Technologien unabdingbar. Eine Umfrage mittels Liveabstimmungstool zeigte, wie weit die Branche von einer echten Digitalisierung im Unternehmen noch entfernt ist, nur 13 % gaben an digital vernetzt zu sein. Antworten auf die Herausforderungen des Fensters durch den Klimawandel fassten im Folgevortrag Dr. Julia Bachinger (Holzforschung Austria) und Thomas Pfisterer (Verein Plattform Fenster Österreich) zusammen. Sie attestierten dem außen liegenden Sonnenschutz – auch an den Nordfenstern – großes Entwicklungspotential. Danach griff der Seminarleiter Dipl.-HTL-Schober (Holzforschung Austria) mit seinem Forschungspartner DI Dr. Ulrich Pont (TU Wien) zum Mikrofon. Sie stellten dem Publikum vier Prototypen von neuartigen Fensterkonstruktionen mit Vakuumglas vor. Besonderen Wert legten sie dabei auf innovative Konstruktionsansätze, schlanke Profilgeometrien, neuartige Öffnungsmechanismen und mechatronische Antriebskonzepte.

Die vier Morgenfenster Prototypen durften anschließend vom staunenden Publikum ausprobiert und genauer in Augenschein genommen werden. Besonders die Öffnungsmechanismen fanden großen Anklang bei den FachexpertInnen und BesucherInnen. Auch die Fachaustellung mit rund 30 Ausstellern wurde von den Teilnehmern dazu genutzt, um in lockerer Atmosphäre Fachgespräche zu führen und Kontakte zu knüpfen.


Normen

Prof. DI (FH) Ulrich Sieberath (ift Rosenheim / D) eröffnete den zweiten Block „Normung“. Er betonte, dass Normen – als Sprache der IngenieurInnen und TechnikerInnen – die Basis für alles sind und dabei helfen, Grenzen auszuloten. Eine gegensätzliche Position dazu nahm DI HTL/STV Christoph Rellstab (Berner Fachhochschule BFH / CH) ein. Für ihn sind Normen vor allem eines: kostenintensiv und „Innovationsbremsen“. Diese Kosten müssen die Unternehmen tragen, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit von KMU leidet. Gegen die sogenannte „Normierungswut“ setzt er auf verstärkte Bildung, Qualifizierung und Eigenverantwortung.

In der folgenden Podiumsdiskussion „Normen – Fluch oder Segen“ diskutierte eine Expertenrunde über die gegensätzlichen Standpunkte. Die Diskussion wurde von Gerald Groß (gross:media) geleitet, der das Publikum als Moderator zielsicher durch den ganzen Tag geführt hat. Neben den zwei Vorrednern, Prof. DI (FH) Ulrich Sieberath und Prof. DI HTL/STV Christoph Rellstab, nahmen LIM KommR Ing. Helmut Mitsch (Landesinnung der Tischler und Holzgestalter Niederösterreich) und Ing. Johann Ecker (Josko Fenster und Türen GmbH) teil. Die Diskutanten waren Garanten für eine breite, aber vor allem fachlich fundierte, Diskussion, die mitunter auch sehr lebhaft wurde. Eine Publikumsbefragung zeigte, dass auch das Publikum beim Thema Normen unterschiedliche Ansichten hat. Die Abstimmung ob Normen „Fluch“ oder „Segen“ seien, ging 50/50 aus.

Nach einer kleinen Pause lud die Holzforschung Austria das Publikum zum herzhaften Lachen ein. Tricky Niki brachte Comedy aus dem Bauch heraus und amüsierte nicht nur mit seinen Bauchrednerkünsten, sondern versetzte das Publikum auch mit seinen Zaubertricks in Erstaunen.

Das Publikum fand sich nach dem ersten Tag zur Abendveranstaltung im Salzburger Stieglkeller ein, wo es neben guten Gesprächen und guter Stimmung auch eine große Geburtstagstorte in Form des Fenster-Türen-Treff Auditoriums gab.


Technik / Markt

Am Beginn des zweiten Tages wurde es heiß! Fritz Kukula (Agentur für Brandschutz) sprach über Brandschutzverglasung in der Praxis. Er erläuterte die Brandschutzanforderungen an Glas und ging insbesondere auf Anschlussdetails ein. Dr. Ing. Kai Oberste-Ufer (PG Türen, buildingSMART Deutschland / DE) zeigte in seinem Referat, das Thema Building Information Modeling und die Verwaltung von Daten am konkreten Beispiel der Türplanung. Danach gab Peter Schober (Holzforschung Austria) sein jährliches Update aktueller Themen. Dieses Mal über Feuer- und Rauchschutztüren, sowie örtliche Leckagen und Neuerungen beim Online Fensterplaner. Er erläuterte außerdem die neue Fensterbankeinbau-Richtlinie und die neue Richtlinie Bodenanschluss von Fenstern, zu denen im Mai und im Juni jeweils ein Seminar der Holzforschung Austria in Mondsee und Korneuburg stattfinden wird. Mehr über technische Details zum Schallschutz von Vakuumglas erfuhren die TeilnehmerInnen von Dr. Christian Lux (Holzforschung Austria). Er verglich die Ergebnisse mit herkömmlichen Einscheibenglas und Isoliergläsern. Sein Fazit: Vakuumglas ist mind. gleichwertig, wenn nicht sogar besser als Standard-Isolierglas. Bei entsprechenden Glasaufbauten können sehr hohe Schallschutzwerte erreicht werden. Den Abschlussvortrag des 20. Fenster-Türen-Treff hielt Dipl. Betriebswirt Martin Langen (B+L Marktdaten GmbH / DE). Er erhellte den TeilnehmerInnen die zentraleuropäische Neubauentwicklung sowie die Sanierungsmärkte mit Daten und Fakten.

Der nächste Fenster-Türen-Treff findet am 4. - 5. März 2021 statt. Das Team der Holzforschung Austria hat sich dazu entschieden wiederum im Congress Salzburg zu tagen. Tragen Sie sich den Pflichttermin schon in Ihrem Terminkalender ein, die Vorplanungen laufen bereits.